Was Psychotherapie kann

Bei welchen Erkrankungen kann verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapie die Behandlung unterstützen, unter der Voraussetzung der Einnahme von Medikamenten, sofern diese indiziert sind?

Auf die Psychotherapie für Kinder wird hier nicht eingegangen.

  1. Symptomreduktion bis zur Heilung von:
    • Chronischer depressiver Mißstimmung und ausgeprägter Unzufriedenheit (Dysthymia – F34.1)
    • Phobien, Panikstörung, generalisierter Angsterkrankung (GAS)
    • Zwangserkrankungen
    • Anpassungsstörungen
    • posttraumatischer Belastungsstörung
    • dissoziativen Störungen
    • somatoformen Störungen jeder Art (= körperliche Beschwerden ohne organische Ursache)
    • Schmerzerkrankung
    • Eßstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating, Übergewicht usw.)
    • Seelisch bedingte Schlafstörungen
    • Seelisch bedingte sexuelle Funktionsstörungen (Orgasmusstörungen, Ejaculatio praecox usw.)
  2. Unterstützung und Symptomreduktion bei allen Formen von Persönlichkeitsstörungen, die die Forschungskriterien der ICD 10 erfüllen. Psychotherapie kann bei diesen Erkrankungen bzw. seelischen Behinderungen im Rahmen des Nischenkonzepts ((c) Dr. Werner Traub) zu einer Reduktion der sonst häufig auftretenden Krisen führen. Dies gilt insbesondere für folgende Persönlichkeitsstörungen:
    • Paranoide Persönlichkeitsstörung
    • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (besonders Borderline-Typus)
    • Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung
    • Abhängige Persönlichkeitsstörung
    • Narzisstische Persönlichkeitsstörung
    • Kombinationen aus den o. a. Persönlichkeitsstörungen
    • Symptomreduktion bis zur Heilung von zwanghaftem Haare ausreißen (Trichotillomanie)
    • Symptomreduktion bis zur Heilung bei Sexualpräferenzstörungen (Transvestitismus, pädophilen Handlungen, Exhibitionismus u. Ä.)
  3. Behandlung von Suchterkrankungen aller Art (incl. pathologisches Spielen). Psychotherapie hat im Rahmen der Abstinenzsicherung eine zentrale Funktion, zusammen mit dem Besuch von Selbsthilfegruppen und der Regulierung der sozialen Verhältnisse.
  4. Unterstützung geben für Angehörige und Betroffene für den besseren Umgang mit Intelligenzminderungen und Minderbegabungen.
  5. Unterstützung und Symptomreduktion bei allen Formen von Persönlichkeitsveränderungen nach Extrembelastung, die die Forschungskriterien der ICD 10 erfüllen. Psychotherapie kann bei diesen Erkrankungen bzw. seelischen Behinderungen im Rahmen des Nischenkonzepts ((c) Dr. Werner Traub) zu einer Reduktion der sonst häufig auftretenden Krisen führen.
  6. Unterstützung geben für Angehörige und Betroffene für den besseren Umgang mit chronischen hirnorganischen Erkrankungen. Dazu gehören: Alzheimer-Demenz, Demenz bei Gefäßerkrankungen (“Verkalkung”), dementielle Syndrome bei weiteren spezifischen Erkrankungen. Für den Betroffenen selbst ist Psychotherapie nur in den Anfangsstadien der Erkrankung hilfreich, für Angehörige, die unter den Veränderungen des Betroffenen leiden während der ganzen Zeit der Erkrankung.
  7. Unterstützung und Symptomreduktion bei allen Formen chronischer Schizophrenie (Ausnahme: akute Phasen), bei schizotypen und wahnhaften Erkrankungen. Psychotherapie kann bei diesen Erkrankungen nur im Zusammenhang mit der gewissenhaften Einnahme von Medikamenten wirken (Ausnahme: schizotype und wahnhafte Störungen, hier ist eine Medikation nicht sinnvoll.) Auch hier ist die Regulierung der sozialen Verhältnisse neben der Psychotherapie und der Medikation wichtig.
  8. Unterstützung und Symptomreduktion bei allen Formen bipolarer Psychosen (manisch-depressive Erkrankungen; Ausnahme: akute Phasen). Auch hier gilt: Psychotherapie kann bei diesen Erkrankungen nur im Zusammenhang mit der gewissenhaften Einnahme von Medikamenten wirken.
  9. Unterstützung und Verringerung der Phasenhäufigkeit bei phasenhaft verlaufender unipolarer Manie, Hypomanie und Depression, aber nur bei gewissenhafter Medikamenteneinnahme. Erkennung und rechtzeitige Vermeidung von Situationen, die das Wiederauftreten von Phasen begünstigen, dadurch Verlängerung der symptomfreien Zeiten.
Praxis Dr. Werner Traub